Geschwisterliebe

Das war mein Wochenbett

Das Wochenbett ist eine ganz besondere Zeit, der man die nötige Beachtung schenken sollte. Nach der Geburt meines ersten Kindes war ich mir dessen noch nicht so wirklich bewusst. Beim zweiten Kind wollte ich es anders machen. Ob mir das gelungen ist?

 


Dieses Mal war alles anders

 

Nun sind also schon 9 Wochen seit der Geburt des kleinen Babymädchens vergangen und das Wochenbett gilt bereits seit fast 3 Wochen offiziell als beendet. 6 besondere und sehr intensive Wochen liegen nun also hinter mir. Mein Mutterschutz ist ebenfalls beendet und ich befinde mich nun seit einigen Tagen in Elternzeit. Wie ihr schon in meinem Geburtsbericht nachlesen konntet, so hat es nach der Geburt des Babymädchens dieses Mal alles etwas länger gedauert, bis ich wieder so richtig fit war. Der Blutverlust hatte meinem Körper und meinem Kreislauf ordentlich zugesetzt. Wenn ich meinen Zustand mit dem nach der Geburt meines ersten Kindes vergleiche, wo ich schon wenige Stunden nach der Geburt fröhlich herumspazierte, so war ich dieses Mal ganz schön außer Gefecht gesetzt. Doch ich möchte mich nicht beschweren, denn schließlich hätte es zum einen noch viel schlimmer kommen können und zum anderen ist ja dennoch am Ende alles gut gegangen. Das Babymädchen ist gesund und auch ich bin inzwischen wieder fast wie neu geboren. Es wird wohl noch etwa 1 bis 2 Monate dauern, bis mein Körper das verlorene Blut nachproduziert hat, aber ich denke, dass ich bis spätestens dahin wieder ganz die Alte sein werde. Aufgrund der kleinen Komplikation am Ende der Geburt könnt ihr euch vielleicht vorstellen, wie besonders wichtig das Wochenbett dieses Mal für mich war. Denn alles was ich nach dieser Geburt brauchte, war Ausruhen und neue Kraft tanken.

 

Aus Fehlern lernen

 

Ich muss dazu sagen, dass ich mir auch ohne den Blutverlust, zu dem es bei der Geburt gekommen ist, schon in der Schwangerschaft mit dem Babymädchen vornahm, dieses Mal das Wochenbett ernster zu nehmen. Wenn ich an die Geburt des Frühlingskindes zurückdenke, so kann ich heute nur den Kopf schütteln, denn damals habe ich das Wochenbett zu sehr auf die leichte Schulter genommen und war sofort wieder voll im Leben zurück, als hätte ich vor Kurzem gar nicht erst die große Leistung vollbracht und 9 Monate lang ein Kind in mir getragen und es geboren. Natürlich fühlte ich mich damals nach der Geburt einfach nur glücklich und wollte am liebsten die ganze Welt umarmen. Die Glückshormone gingen mit mir durch. Dennoch war ich mir dessen nicht bewusst, dass mein Körper mit der Schwangerschaft und der Geburt Höchstleistungen vollbracht hat und dass mein Beckenboden unter dieser ganzen Geschichte natürlich ordentlich gelitten hatte. Damals wusste ich ehrlich gesagt noch nicht einmal so wirklich, was der Beckenboden überhaupt ist, wofür er da ist und wie man auf diesen achten sollte.

 

Zwar kuschelte ich in den ersten Wochen nach der Geburt sehr intensiv mit dem Frühlingskind und nahm mir immer wieder kurze Pausen. Allerdings schmiss ich sofort wieder den kompletten Haushalt, kaum nachdem ich 3 Tage nach der Geburt wieder zu Hause war. Doch am meisten hatten meinem Beckenboden damals die sehr langen Spaziergänge zugesetzt, mit denen ich schon in der ersten Woche nach der Geburt begonnen hatte – und das auch noch mit Bauchtrage. Heute frage ich mich immer wieder, was mich da eigentlich geritten hatte und warum ich nicht die Zeit des Wochenbetts genutzt hatte, um mich und vor allem meinen Beckenboden etwas zu schonen. Denn schnell wurde dieser Fehler mit Beckenbodenschmerzen und einem starken Druck nach unten bestraft. Dieses unangenehme Gefühl des Druckes nach unten hatte ich sogar noch eine sehr lange Zeit nach der Geburt des Frühlingskindes (fast 1 Jahr lang).

 

Da Fehler aber dazu da sind, um aus ihnen zu lernen, wollte ich es dieses Mal umso besser machen. Ich hatte mir noch während der Schwangerschaft mit dem Babymädchen nun also fest vorgenommen, dieses Mal das Wort „Wochenbett“ ernst zu nehmen.

 

Mir blieb keine andere Wahl

 

Aufgrund der Geburt und dem damit verbundenen Blutverlust blieb mir dieses Mal aber auch gar keine andere Wahl, als das Wochenbett ernst zu nehmen. Denn ich war nach der Geburt zunächst ganz schön außer Gefecht gesetzt. Mein Gesicht war kreidebleich (ich glaube, so blass war ich in meinem ganzen Leben nicht), ich hatte Kopfschmerzen, starken Schwindel, war sehr geräuschempfindlich und fühlte mich einfach nur extrem schwach. Besonders die ersten 3 Tage nach der Geburt waren hart. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mit 5 Tagen Aufenthalt fast die komplette erste Woche des Wochenbettes im Krankenhaus verbringen durfte. Denn hier fiel es mir natürlich nicht schwer, überwiegend im Bett zu liegen oder zu sitzen und mich einfach nur auszuruhen. Zu Hause sah die Welt dann nämlich schon ein wenig anders aus. Schließlich bin ich nun Zweifachmama und zu Hause erwartete mich mein 3-jähriger Sohn. Wie froh bin ich doch, dass mein Mann den ersten Monat nach der Geburt in Elternzeit war! Ich weiß nicht, was ich ohne ihn gemacht hätte. Denn das Frühlingskind hat nun einmal mit seinen 3 Jahren seine ganz eigenen und natürlich berechtigten Bedürfnisse. Somit kümmerte sich der Mann sehr intensiv um unseren Sohn. Auch für den Haushalt war er – zumindest die erste und zweite Wochenbett-Woche – so gut wie alleine zuständig. Trotz der großen Hilfe des Mannes brauchte das Frühlingskind aber natürlich auch mich. So machten wir gemeinsam das, was man im Wochenbett sehr gut und vor allem guten Gewissens machen kann: viel lesen und kuscheln – auf dem Sofa oder im Bett. Das Einzige, womit ich die ersten Tage zu Hause ordentlich zu kämpfen hatte, war die Lautstärke. Ich war nämlich immer noch sehr geräuschempfindlich und das Frühlingskind kann ordentlich laut sein beim Spielen und Toben. Diese Geräuschempfindlichkeit war aber zum Glück nach etwa 3 Tagen zu Hause wieder weg und ich konnte mich dann auch besser entspannen.

 

Von Tag zu Tag immer besser

 

Schon in der dritten Wochenbett-Woche merkte ich, dass es mir so langsam aber sicher immer besser ging. Zwar konnte ich natürlich noch keinen Marathon laufen, aber von Tag zu Tag konnte ich wieder länger auf den Beinen sein und immer mehr Dinge im Haushalt erledigen. Ab der dritten Woche fing ich dann so langsam an, erste Haushaltstätigkeiten zu erledigen. Was habe ich mich gefreut – glaubt mir!  Das ging dann aber vorerst nur im Schneckentempo, da mir viel zu schnell noch sehr schwindelig wurde. Auch meine Gesichtsfarbe wurde so langsam immer besser. Mit jedem Tag fühlte ich mich lebendiger. Unser Frühlingskind machte auch wirklich gut mit und so konnte ich am Tag immer wieder wertvolle Pausen und Auszeiten einlegen, um neue Energie zu tanken. Denn so gut ich mich auch schon wieder fühlte, so merkte ich jedoch, dass ich immer noch nicht sehr lange auf den Beinen sein konnte. Abgesehen von Schwindel- und Schwächeanfällen (aufgrund des Blutverlustes) gefiel das meinem Beckenboden nämlich nicht so gut, wenn ich zu viel herumging. Ich steigerte also von Tag zu Tag meine „Auf-den-Beinen“ Zeiten und legte oder setzte mich sofort hin, wenn man Körper mir signalisierte, dass er nun wieder etwas Ruhe braucht.

 

Um meinen Eisenspeicher wieder aufzufüllen, nahm ich vom Tag der Geburt an bis zur Nachsorge bei meiner Gynäkologin (7 Wochen nach der Geburt) hin ein hoch dosiertes Eisenpräparat ein. Zudem trank ich viel Rotbäckchen- und Rabenhorst Saft mit Eisen zur Blutbildung und achtete auf meine Ernährung (vor allem dass ich regelmäßig eisenhaltiges Fleisch aß). Bei der Nachsorge 7 Wochen nach der Geburt hatte sich mein Eisenwert tatsächlich wieder erholt und der Eisenspeicher war wieder ordentlich aufgefüllt. Was war ich froh, dass ich diese Eisentabletten nicht mehr einnehmen musste, denn sie bescherten mir ordentlich Magen-Darm-Probleme…

 

Nach 6 Wochen war auch mein Wochenfluss komplett versiegt und schon alleine deswegen fühlte ich mich menschlicher :-D. Nach diesen 6 Wochen war ich dann tatsächlich so weit, dass ich mich als sehr gut erholt und fit bezeichnen konnte. Mein Beckenboden macht mir seitdem keine Probleme mehr. Ich muss dazu sagen, dass ich auch schon seit etwa der dritten Woche nach der Geburt leichte Beckenbodenübungen mache (in Absprache mit meiner Hebamme).  Und am Mittwoch habe ich zudem mit dem Rückbildungskurs begonnen.

 

Wochenbett-erholung

 

Ein einziges Problem habe ich noch bis heute: Warmes und schwüles Wetter kann ich überhaupt nicht vertragen und mir wird dann schnell schwindelig – das liegt daran, dass ich ja immer noch so wenig Blut im Körper habe. Das wird aber schon! Zum einen ist ja bald der Sommer vorbei ( 😉 ) und zum anderen hat sich bis zum Herbst mein komplettes verloren gegangenes Blut wieder nachgebildet.

 

Unsere Kuschelzeit

 

Die Kennenlern- und Kuschelzeit mit meinem Babymädchen war (und ist auch immer noch) wunderschön. Das Mäuschen ist super pflegeleicht und hat mir das Wochenbett und meine Erholung wirklich leicht gemacht. Sie ist ein vorwiegend ruhiges und fröhliches Baby, das sehr viel lächelt. Wenn sie aber mal der Hunger oder etwas Luft im Bauch ärgert, dann kann sie wirklich von 0 auf 100 gehen, explodieren und losbrüllen. Sobald das Problemchen beseitigt ist, wird sie aber auch wieder schlagartig ruhig und zufrieden. Sie scheint auf jeden Fall temperamentvoller als das Frühlingskind zu sein. Diesen Eindruck hatte auch der Kinderarzt bei der U3.

 

Das Besondere an dieser Kuschelzeit war (und ist es immer noch), dass das Frühlingskind richtig schön mitkuschelt. Er liebt seine Schwester heiß und innig und hat bisher kein einziges Fünkchen Eifersucht gezeigt. Er schmust gerne mit ihr, knutcht sie ständig ab und streichelt sie liebevoll. Und er kann es schon kaum erwarten bis sie größer ist und mit ihm spielen kann :-).

 


Heute blicke ich auf ein erholsames Wochenbett zurück und kann einfach nur dankbar sein. Dankbar für die Hilfe meines Mannes, dankbar für meinen verständnisvollen Dreijährigen und dankbar für ein ruhiges und zufriedenes Babymädchen. Mein Wochenbett nach der zweiten Geburt kann ich dieses Mal wirklich als Wochenbett bezeichnen. 


 

Eure Elena

2 Kommentare zu “Das war mein Wochenbett

    1. Danke dir meine Liebe! Ohne ihn hätte ich es absolut nicht geschafft, im Wochenbett zu entspannen. Denn wenn man noch ein anderes Kind hat, das beschäftigt werden will, dann ist das Ganze nicht so einfach. Ein Hoch auf die helfenden Partner 😀 !!!

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