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Das war meine 35. Schwangerschaftswoche – Vorzeitige Wehen

Wieder ist eine Woche meiner zweiten Schwangerschaft herum und ich befinde mich inzwischen schon in der 36. Schwangerschaftswoche. Heute möchte ich euch von meiner 35. Schwangerschaftswoche berichten – zwischen Angst und Langeweile. Und einfach nur nervenaufreibend. Vorzeitige Wehen sind nicht lustig.

 


Hatte die Schlaflosigkeit einen Grund?

 

Noch in meinem letzten Blogbeitrag hatte ich euch mein Leid geklagt, wo es um die Schlaflosigkeit in meiner SchwangerschaftSchlaflosigkeit in meiner Schwangerschaft ging und dass ich in letzter Zeit wirklich große Probleme mit dem Schlafen habe. Das lag nicht nur an meiner großen Kugel und an der geeigneten Schlafposition, die in letzter Zeit nur noch schwer zu finden ist. Vielmehr hatte ich irgendwie auch so eine innere Unruhe und konnte einfach nicht mehr richtig (ein)schlafen. Sogar wenn ausnahmsweise mal nichts wehtat. Inzwischen weiß ich, dass ein Magnesiummangel zu diesem Problem führen kann. Und genau diesen Magnesiummangel hatte ich anscheinend noch bis vor etwas über einer Woche. Das weiß ich jetzt, denn…

 

…Vorzeitige Wehen!

 

Ja, ihr lest richtig. Noch im letzten Bericht äußerte ich mich freudig darüber, dass ich in dieser Schwangerschaft immerhin keine großen Probleme mit „echten“ vorzeitigen Wehen habe. Aber Pustekuchen. Klar. Schmerzen habe ich schon seit Wochen und auch Probleme beim Gehen deswegen. Auch hatte ich immer wieder Wehen, die schmerzhaft waren, aber wohl NOCH NICHT muttermundwirksam waren. Die Tendenz zu vorzeitigen Wehen war da. Ich musste mich immer wieder ausruhen und durfte nur langsam und wenig machen. Meine Gynäkologin schrieb mich deswegen auch krank.

Letzten Mittwoch hatte ich meinen nächsten Termin bei der Gynäkologin. Das CTG war unauffällig bzw. super. Dann kam bei der vaginalen Untersuchung der Schock für mich: Verkürzter Gebärmutterhals! Das Baby könne sich wohl von nun an jederzeit auf den Weg machen. Um es wenigstens ein bisschen hinauszuzögern, verordnete mir die Ärztin eine sehr hohe Magnesiumdosis sowie gewissenhaftes Schonen. Mensch, war ich schockiert. Tränen standen mir in den Augen und ich wusste erstmal absolut nicht wie mir geschah. Wie konnte das denn jetzt auf einmal sein? Bei der Untersuchung noch vor zwei Wochen war doch noch alles super – ok, das Köpfchen saß schon sehr tief und fest im Becken, aber Muttermund und Gebärmutterhals waren noch intakt . Und nun – 2 Wochen später – ein verkürzter Gebärmutterhals, ein sehr sehr tief sitzendes Köpfchen im Becken, das stark nach unten drückt und scheinbar nur noch wenige Tage bis zur Geburt?! Und das zum Ende der 34. Schwangerschaftswoche? Ich dachte echt, ich träume einen bösen Alptraum. Einen ganz Bösen sogar.

 

Ich berichtete meiner Ärztin dann von meinen immer wiederkehrenden (wie ich dachte) Senkwehen, die ich schon seit Wochen habe und die teils doch schon sehr schmerzhaft sind. Die Ärztin meinte daraufhin, das seien nicht einfach nur Senkwehen, sondern tatsächlich vorzeitige Wehen, die zu einer Frühgeburt führen können! Nein, nicht schon wieder!

 

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„Ab jetzt wird Ihr Baby niemand mehr aufhalten…“

 

Dieser Satz haute mich dann wirklich fast vom Hocker. Ich war gerade mal am Ende der 34. Schwangerschaftswoche und die Ärztin „haut“ mir diesen Satz „um die Ohren“. Dann erklärte sie mir, was sie damit meint. Das Baby sei jetzt eigentlich schon voll entwickelt und wenn ich nun regelmäßige Geburtswehen bekäme, würde man das Kind kommen lassen. Es würde also keinen Wehenhemmer etc. geben. Ich bräuchte mir auch keine Sorgen zu machen, denn das Kind sei – wie gesagt – voll entwickelt, nur wäre es jetzt noch recht zierlich und müsste ins Wärmebettchen und ich dürfte es nicht schon nach 3 Tagen mit nach Hause nehmen. Klar, das mag auf der einen Seite vielleicht etwas beruhigend klingen, aber für mich war es ein ganz riesiger Schock. Vor allem wenn die Schwangerschaft bis dahin eigentlich noch ganz gut verlief, man sich freut, in einigen Wochen sein Baby im Arm zu halten und es nach maximal 3 Tagen Krankenhausaufenthalt mit nach Hause nehmen zu dürfen (es sei denn, es kommt zu Komplikationen bei der Geburt und ein Kaiserschnitt wird erforderlich). Man rechnet in so einem Augenblick einfach nicht mit so einer Nachricht. Wer möchte denn schon gerne sein Baby kurz nach der Geburt abgeben müssen, damit es im Wärmebettchen aufgepäppelt wird?! Zudem freue ich mich doch schon die ganze Zeit auf die Geburt in dem Krankenhaus, wo ich bereits meinen Sohn zur Welt brachte. Dieses Krankenhaus tut alles für die natürliche Geburt und hat (natürlich) keine integrierte Kinderklinik. Käme mein Kind also in den nächsten Tagen zur Welt, müsste ich in einer für mich völlig fremden Umgebung in einem Krankenhaus mit Kinderklinik entbinden. Zudem müsste mein Babymädchen wohl mindestens 1 Woche im Krankenhaus – im Wärmebettchen – bleiben. Was für eine schlimme Vorstellung!

 

Baby, wir schaffen das!

 

Die nächsten Stunden und Tage machte ich mir so mega viele Vorwürfe. Hätte ich doch lieber noch langsamer gemacht und nicht so viel im Haushalt und im Garten gemacht. Dann wäre es gar nicht erst so weit gekommen. Immer wieder quälte ich mich mit den Selbstvorwürfen herum, obwohl ich wusste, dass es doch gar nichts bringt. Im Gegenteil: Negative Gedanken und negative Gefühle sind überhaupt nicht gut für mein Babymädchen im Mutterleib. Und auch für meine vorzeitige Wehen Tätigkeit sind solche negativen Ausbrüche ganz bestimmt nicht förderlich.

 

Meine Gynäkologin war sich recht sicher, dass die Kleine wirklich nicht mehr lange drin bleiben wird. Ich solle mich aber dennoch viel schonen und das hochdosierte Magnesium nehmen, um es vielleicht zumindest noch ein paar Tage hinauszögern zu können. Ideal wäre es, wenn sie noch zwei Wochen im Bauch bleibt. Klar, jede Woche, jeder Tag, den sie länger im Bauch bleibt, ist super. Dennoch wäre ich dann ja erst in der 36. Woche und wir würden immer noch von einer Frühgeburt sprechen.

 

Ok, dachte ich – das Ziel meiner Ärztin ist es, dass die Kleine am besten noch 2 Wochen drin bleibt (sie hat aber wohl wenig Hoffnung, dass die Kleine es noch so lange schafft). Ich persönlich habe mir aber ein ganz anderes Ziel gesetzt. Und das ist der 11. Mai und damit noch eine Woche länger im Bauch – besser noch der 19./20. Mai. Sofern es in meiner Macht steht, möchte ich eine Frühgeburt um jeden Preis vermeiden. Das bedeutet dann auch: Vorzeitige Wehen vermeiden bzw. zumindest reduzieren.

 

Was also tun? Ich vegetierte fast schon eine ganze Woche vor mich hin. Ich lag und saß gut 95% des Tages, nahm die höchste Magnesiumdosis und hatte dennoch immer wieder Mal unregelmäßige und schmerzhafte Wehen. Das zermürbte mich ganz schön. Das Liegen und Sitzen und die mangelnde Bewegung an sich machen einen schon fertig. Mein Kreislauf war recht schlapp in dieser Woche und ich war echt deprimiert. Ich zählte die Stunden und die Tage – bis zum nächsten Termin bei meiner Ärztin, der diesen Mittwoch vor der Tür stand.

 

Positiver Befund nach einer Woche

 

Mensch, ich war so verunsichert. Denn die Ärztin selbst hatte mir ja gar nicht diese absolute Bettruhe verordnet. Da ich trotz der Bettruhe (die ich mir selbst so streng verordnete) und trotz der hohen Magnesiumdosis immer wieder Wehen verspürte, hatte ich schon ganz große Angst, dass inzwischen vielleicht sogar schon mein Muttermund aufgegangen ist.

 

Nun kam die Stunde der Wahrheit: Zuerst wurde das CTG geschrieben. Das Ergebnis war schon mal super und beruhigte mich. Ich war 40 Minuten ans Gerät angeschlossen und in dieser Zeit waren die Herztöne meines Babymädchens super und es wurden auch keinerlei Wehen aufgezeichnet.

 

Dann kam endlich der heiß ersehnte Augenblick und die Ärztin untersuchte mich. Schnell war klar: Der Befund hatte sich nicht verschlechtert und der Muttermund war noch fest verschlossen. Juhuuuuu! Ich war so happy. Das bedeutete also, dass das Babymädchen und ich bereits eine Woche von den 2 vage prognostizierten Wochen geschafft hatten.

 

Weiterhin sagte die Ärztin zu mir, es sei alles im grünen Bereich und ich solle mir nicht so viele Sorgen machen. Ich dürfte ruhig so langsam – aber wirklich langsam – leichte Haushaltstätigkeiten erledigen und das Magnesium auch schon nach und nach reduzieren. Sie könne es mir zwar nicht versprechen, dass es zu keiner Frühgeburt kommt, aber momentan würde alles gut aussehen. Man, war ich happy!!!

 

Dennoch möchte ich mich nicht allzu früh freuen und zähle auch weiterhin die Tage bis zum 11. Mai – das ist der Stichtag, ab dem wir offiziell von keiner Frühgeburt mehr sprechen. Heute sind es noch genau 12 Tage 🙂 Vorzeitige Wehen – lasst euch bitte noch etwas Zeit!

 


Könnt ihr euch vorstellen, wie zermürbend die 35. Schwangerschaftswoche für mich gewesen ist und wie erleichtert ich dafür seit meinem letzten Termin am Mittwoch bin? Die Diagnose vorzeitige Wehen hatte plötzlich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt!

 


Eure Elena

 

2 Kommentare zu “Das war meine 35. Schwangerschaftswoche – Vorzeitige Wehen

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