Bericht Geburt

Geburtsbericht – Zweite Geburt

Wie schnell die Zeit vergeht, sieht man meiner Meinung nach erst so richtig, wenn man Kinder hat. bzw. nimmt man da so einiges viel intensiver wahr als früher. Nun ist die Geburt des kleinen Babymädchens bereits mehr als fünf Wochen her – Wahnsinn! Umso dringender wird nun auch mein Geburtsbericht fällig.

 


Über fünf Wochen sind nun seit der Geburt der kleinen Babytochter vergangen. Fünf intensive und wundervolle Wochen für uns als junge Familie in einer völlig neuen Konstellation sind nun vergangen. 5 Wochen des Wochenbetts habe ich bereits hinter mir. Und ich frage mich immer wieder: wo ist nur die Zeit geblieben?

 

Doch kommen wir nun zu meinem eigentlichen Thema: dem Geburtsbericht unseres Babymädchens.

 

Diese Warterei…

 

Die letzten Wochen vor der eigentlichen Geburt wurde ich von Tag zu Tag immer angespannter. Jeden Tag wartete ich darauf, dass die Geburt jederzeit losgehen könnte. Obwohl der errechnete Geburtstermin erst der 1. Juni war, wurde ich schon ab Mitte Mai – einen ganzen Monat vor der tatsächlichen Geburt – immer unruhiger. Der Grund: es sah alles danach aus, dass das Babymädchen früher kommt. Und die Gynäkologin vermittelte mir, dass ich mich sogar freuen könne, wenn die Kleine überhaupt noch bis Mitte Mai wartet. Denn der Muttermund war sehr weich und das Köpfchen lag extrem weit unten im Becken und drückte schon ganz ordentlich nach unten.

 

Dementsprechend hatte ich mich also zuvor auch ordentlich geschont, um das Risiko der Frühgeburt nicht noch durch eigenes Verschulden zu maximieren. Mein persönliches Traumziel war es, dass die Kleine noch mindestens bis zum 20. Mai im Bauch bleibt – idealerweise sogar noch bis zur letzten Maiwoche.

 

Wenn ich hier schon so mit Zahlen und Daten herumjongliere, dann muss ich auch dazu sagen, dass es bei mir im Hinterkopf immer noch ein anderes Datum gab, was ich nicht als ganz unwichtig erachtete. Die Rede ist vom 9. Juni. Dieser Tag ist der ursprüngliche errechnete Geburtstermin gewesen. Von dem ersten Tag meiner letzten Periode ausgehend und auf Basis der Tatsache, dass mein Zyklus immer regelmäßig war, ist der 9. Juni auch aus heutiger Sicht noch der korrekte errechnete Geburtstermin.

 

Doch was hat es denn nun mit dem 1. Juni auf sich? Warum redete und schrieb ich die letzte Zeit immer vom 1. Juni als dem errechneten Geburtstermin?

 

Erfahrungen zweite Geburt

 

Die Antwort darauf ist ganz einfach. Bei dem zweiten Ultraschall Termin stellte meine Gynäkologin fest, dass das Baby ein wenig zu groß und zu weit entwickelt aussieht. Sie verlegte daraufhin kurzerhand den Termin um 8 Tage auf den 1. Juni nach vorne. Auch bei allen darauf folgenden Ultraschall-Terminen (es gab jeden Monat einen Ultraschall Termin) blieb sie bei ihrer Meinung.

 

Kein Wunder also, dass ich mich ein wenig irritiert und verunsichert fühlte, oder? Wer mich auf Instagram verfolgt, der wird mitbekommen haben, wie ich schon wochenlang „geburtsbereit“ war. Und dennoch hatte ich da immer noch den 9. Juni im Hinterkopf – den „echten“ errechneten Geburtstermin.

 

Nun ja, die Tage und Wochen zogen ins Land. Es wurde der 1. Juni erreicht. Es wurde der 9. Juni erreicht. Und mit jedem Tag nach dem 9. Juni wurde ich immer nervöser. Obwohl es ja eigentlich keinen Grund dazu gab. Aber ich gebe zu, dass ich ganz schön genervt war, da ich inzwischen schon alle zwei Tage zu meiner Gynäkologin oder am Wochenende ins Krankenhaus (eine knappe Stunde von unserem Wohnort entfernt!!!) zur Ultraschall Kontrolle musste. Denn ab dem 2. Juni hieß es offiziell, ich würde übertragen und nun musste regelmäßig die Fruchtwasser Menge und die Plazenta kontrolliert werden. Auch ein CTG wurde jedes Mal geschrieben. Denn es musste sichergestellt werden, dass es dem Babymädchen im Bauch noch gut geht und dass sie ausreichend versorgt wird.
Es war aber nicht nur eine belastende Zeit für mich aufgrund der ganzen Termine, sondern auch weil mich mein Umfeld inzwischen nervte. Das kennen sicher viele Schwangere. Fragen wie „und, hast du schon Wehen?“ Oder „und ist sie schon da?“ brachten mich inzwischen schon ganz schön auf die Palme. Hinzu kam die Last des schweren Babybauchs in der Hitze. Wassereinlagerungen sind nicht so prickelnd. Ich fühlte mich mit jedem Tag, den ich weiterhin schwanger war, immer mehr wie ein unbewegliches Walross, das auf seine „Erlösung“ wartete.

 

Geburtsbericht

 

Was mich zusätzlich irritierte, das waren meine (Senk?!-) Wehen, die ich schon seit Wochen immer wieder Mal hatte. Ich wartete quasi jeden Tag darauf , dass aus den Senkwehen echte Geburtswehen werden würden.

 

Es geht los!

 

Am 13. Juni – um 4.10 Uhr morgens – bemerkte ich beim nächtlichen Toilettengang plötzlich den Abgang von Fruchtwasser. Ich muss noch erwähnen, dass ich mit der Geburtsklinik zuletzt so verblieben war, dass ich am nächsten Tag – am 14. Juni- im Krankenhaus stationär zur Einleitung der Geburt aufgenommen werden würde. Obwohl es dem Baby im Bauch weiterhin gut zu gehen schien, wäre eine längere Übertragung wohl nicht länger vertretbar gewesen.

 

Am 13. Juni kam es bei mir morgens also zum Blasenensprung. Dass es Fruchtwasser war bemerkte ich übrigens daran, dass es zunächst nach dem Wasserlassen auf Toilette leicht und dann immer stärker zu tröpfeln begann. Und dann wurde das Tröpfeln innerhalb von Minuten stärker, so dass das Fruchtwasser leicht schwallartig abging. Ich war so nervös und aufgeregt! Es ging nun also los. Ich weckte schnell meinen Mann und er machte sich fertig, um mich ins Krankenhaus zu fahren . Vorher mussten wir aber noch das Frühlingskind wecken und zu meiner Schwester bringen. Das Krankenhaus liegt fast eine Stunde von uns entfernt. Und ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was für eine Angst ich hatte, dass unterwegs die Wehen losgehen und wir es vielleicht nicht rechtzeitig zum Krankenhaus schaffen würden. Schließlich war es schon die zweite Geburt und mein Muttermund wies bei der letzten Untersuchung schon eine sehr starke Öffnungstendenz auf. Solche Sorgen und Ängste schossen mir nun also durch den Kopf.

 

Seit dem Blasensprung hatte es dann insgesamt 1,5 Stunden gedauert, bis wir im Krankenhaus ankamen. Die Wehen waren bis dahin glücklicherweise noch nicht losgegangen.

 

Im Kreißsaal angekommen wurden wir von genau der Hebamme freundlich begrüßt, die damals schon unser Frühlingskind zur Welt brachte. Was für eine schöne Überraschung! Jegliche Anspannung fiel sofort von mir ab.

 

Doch dann kam ein Schock für mich. Vor dem CTG sollte ich noch einmal auf Toilette gehen und mein Handtuch gegen eine große Hygieneeinlage eintauschen – für das immer noch abgehende Fruchtwasser. Das Fruchtwasser, das zu Hause noch schön klar war, war nun auf einmal grün! Ich war so schockiert. Ich kannte immer nur den Grund, dass grünes Fruchtwasser abgeht, wenn ein Kind eindeutig übertragen ist. Ich bekam echt Panik. Doch die Hebamme beruhigte mich schnell und sagte, dass sie davon ausgeht, dass es erst kürzlich passiert sein kann, dass das Baby Stress hatte und somit ins Fruchtwasser „machte“. Denn zu Hause ist das Fruchtwasser ja noch ganz klar gewesen.

 

Es kann zum Beispiel der Fall gewesen sein, dass die Nabelschnur kurzzeitig abgeklemmt war oder so… (das sagte die Hebamme so ruhig und gelassen, aber für mich klang es ganz schön gruselig). Auf jeden Fall schaffte die Hebamme es nach einigen Minuten, mich zu beruhigen und mir die Sorgen – zumindest größtenteils – zu nehmen. Die hätten wohl ganz häufig Geburten, wo das Fruchtwasser zuvor grün gewesen ist und es würde in der Regel immer alles gut gehen. Ok, das beruhigte mich schon ein wenig.

 

Nun stand also das CTG an. Und tatsächlich waren die Herztöne des Babys super. Wehen waren auch weiterhin nicht zu verzeichnen. Ich wurde nun stationär aufgenommen und bekam ein Zimmer zugewiesen (mit einer ganz tollen Zimmernachbarin übrigens). Mein Blutdruck und meine Temperatur wurden gemessen. Beides war OK (der Blutdruck etwas niedrig – wie die ganze Schwangerschaft schon). Dann wurde mir ein Zugang gelegt und Blut wurde abgenommen. Denn bei einem vorzeitigen Blasensprung muss das Blut auf mögliche Entzündungen hin überprüft werden. Denn mögliche Infektionen können für das Baby im Bauch gefährlich werden. Über diesen Zugang bekam ich dann später auch ein Antibiotikum verabreicht – damit es erst gar nicht zu einer gefährlichen Infektion kommt. Meine Blutwerte waren auf jeden Fall in Ordnung.

 

Ich sollte den weiteren Tag nun zum Ausruhen nutzen, um Kräfte für die mit Sicherheit bald bevorstehende Geburt zu sammeln. Außerdem wurden mir auch kurze Spaziergänge empfohlen.

 

Ans Ausruhen war jedenfalls nicht zu denken. Zum einen war ich viel zu nervös – schließlich stand ja die lang ersehnte Geburt der Babytochter vor der Tür. Zum anderen war ein Ausruhen schon alleine deswegen nicht möglich, da ich ja nicht alleine auf dem Zimmer war.
Also probierten wir es mit dem Spazierengehen. Ich wusste, dass ich nicht zu viel spazieren durfte, um noch genug Kraft für die bevorstehende Geburt zu haben. Doch auch spazieren war keine Option für mich, wie ich schnell feststellte. Es war draußen einfach viel zu heiß und viel zu schwül. Mein Kreislauf war kurz vor dem Schlappmachen. Also ging es für uns wieder nach drinnen ins einigermaßen kühle Treppenhaus des Krankenhauses. Treppen steigen sollte ja bekanntlich Wehen fördern. Vor allem das Treppen hinabsteigen. Also fuhren wir einige Male mit dem Lift bis ganz nach oben und stiegen gemeinsam die Treppen ab. Das wiederholten wir einige Male. Ansonsten verbrachten wir die meiste Zeit des Tages im Zimmer. Wehenmäßig tat sich einfach nichts. Das bestätigten auch die regelmäßigen CTG Kontrollen im Kreißsaal.
So wurde es Abend und mein Mann machte sich schließlich auf den Heimweg. Es war uns nun also klar, dass die Geburt am nächsten Tag eingeleitet werden müsste. Denn nach einem vorzeitigen Blasensprung möchte man ungern die Geburt viel länger abwarten. Zu groß ist sonst eine mögliche Infektionsfefahr.
Nun sollte ich also vor der Geburt noch eine Nacht schlafen, um Kräfte zu sammeln. OK. Ich war auch sehr müde – die Aufregung, die Hitze und das Treppensteigen hatten mich ganz schön k.o. gemacht. Doch kaum lag ich im Bett, gingen die Wehen los. Das erste Mal im Leben spürte ich natürliche Wehen, die mein Körper selbst erzeugte – ohne Einleitung. Und ja – es war sehr schmerzhaft. Nach etwa 1,5 Stunden ging ich in den Kreißsaal, da die Wehen immer stärker wurden, lange andauerten und schon alle 2 bis 5 Minuten kamen. Bei der Untersuchung kam heraus, dass der Muttermund sich schon auf 2 cm geöffnet hatte. Ok, es geht nun also wirklich ganz bald los – ohne Einleitung – das war mein Gedanke. Blöd nur, dass ich soooo extrem müde und erschöpft war. Aus diesem Grund gab mir die Hebamme Buscopan und empfahl mir, lieber nochmals ins Bett zu gehen und auszuruhen. Nach der Einnahme der Tabletten wurden die Wehenabstände länger. Die Wehen selbst waren aber immer noch sehr schmerzhaft. So döste ich vor mich hin. Schlafen war unmöglich.
Ich konnte es selbst kaum glauben, aber dennoch fühlte ich mich morgens ganz leicht ausgeruht. Die Untersuchung am Morgen ergab dann, dass der Muttermund sich nicht weiter geöffnet hatte und immer noch bei 2 cm war. Gemeinsam mit der Hebamme und in Rücksprache mit der Ärztin entschieden wir uns für eine Einleitung per Wehentropf. Obwohl ich vorher so eine Angst vor einer erneuten Einleitung hatte, war es mir inzwischen mehr als Recht, da ich die Geburt nun endlich hinter mir haben und mein Babymädchen im Arm halten wollte.
Mein Mann kam rechtzeitig zum Beginn der Einleitung im Krankenhaus an und vom ersten Tropf an bis zur Geburt dauerte es nur 3 Stunden. So schnell war die kleine Dame dann auf der Welt. Die Wehen Phasen empfand ich als Recht gut erträglich. Mit Ausnahme der Presswehen. Die waren leider nicht so lustig. Aber die Hauptsache ist, dass die Kleine doch recht schnell und gesund zur Welt kam. Ich habe die Geburt Dank der tollen Anleitung der Hebamme sogar komplett ohne Geburtsverletzungen überstanden (trotz eines Kopfumfangs von 36 cm).
Sofort nach der Geburt bekam ich meine Süße direkt an die Brust gelegt und genoss einfach nur diesen unglaublichen Moment! Das ging etwa eine halbe Stunde so, bis Hebamme und Ärztin hektisch wurden. Meine Plazenta löste sich einfach nicht. Trotz verschiedenster Maßnahmen saß sie fest in der Gebärmutter. Also musste ich schleunigst in den OP zur Ausschabung. Es konnte nicht mehr länger gewartet werden, da ich sonst zu verbluten drohte.
Der Eingriff wurde unter Vollnarkose durchgeführt und es verlief alles gut. Während dieser Prozedur verlor ich 1,5 Liter Blut, was sehr viel ist.
Aufgrund des Blutverlustes hat es nach der zweiten Geburt nun also viel länger gedauert, bis ich wieder einigermaßen fit war. Deswegen habt ihr auch so lange nichts mehr von mir gelesen.
Mein Mann war mir während der kompletten Geburt eine wunderbare Stütze und gab mir die nötige Sicherheit und Kraft.
Alles in allem kann ich von einer tollen Geburt mit einem leicht bitteren Nachgeschmack (aufgrund des Blutverlustes) sprechen. Die Hebamme machte trotz des Stresses im Kreißsaal an diesen Tag ( es wollten einige Babys gleichzeitig auf die Welt kommen) einen tollen Job. Nun genießen wir seit inzwischen mehr als 5 Wochen unsere Kennenlern- und Kuschelzeit mit unserer Babytochter.
Eure Elena

 

6 Kommentare zu “Geburtsbericht – Zweite Geburt

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