Ischia - Eine charmante Vulkan-Insel lädt zum Relaxen ein

Ischia – eine charmante Vulkan-Insel lädt zum Relaxen ein (Blogparade)

Dass Italien ein wundervolles Urlaubsland ist, dürfte bereits hinlänglich bekannt sein. Zu den besonders beliebten Reisezielen der Deutschen gehört insbesondere der Gardasee, die Adria oder immer mehr auch Kalabrien. 

Dass jemand in die Gegend rund um Neapel reist, hört man eher sehr selten. Wie gerne bringt man Neapel doch schnell mit negativen Attributen in Verbindung, denkt vielleicht an die Machenschaften der Camorra, an Müllberge oder an Korruption. 
Dass Neapel und die Gegend rund um Neapel mit den kleinen Inseln aber traumhaft schön sein kann, durften wir im Sommer 2013 erleben. Wir verbrachten unseren Urlaub auf der blühenden Vulkan-Insel Ischia. 
Mit einer Größe von 46m² ist Ischia die größte Insel im Golf von Neapel und gehört zur Provinz Neapel in Kampanien. 


Da die Familie meines Mannes aus Italien stammt, war für uns klar, dass wir jetzt endlich mal nach Italien reisen würden. Doch wohin nach Italien? Italien ist so groß und es gibt so viele potenzielle Urlaubsziele. Wir recherchierten, diskutierten und überlegten hin uns her. Als wir erfuhren, dass die italienische Großmutter und der Onkel meines Mannes während unserer Reisezeit in ihrem Heimatdorf in der Nähe von Neapel sein würden, war für uns klar, in welche Richtung es uns verschlagen würde. Mein Mann hatte schon jahrelang das Heimatdorf seiner Familie nicht mehr besucht und auch ich war neugierig auf Rofrano, das romantische Bergdorf. Aber 3 Wochen Rofrano? Das wäre uns doch ein wenig zu langweilig gewesen, da wir möglichst nah am Meer und auch etwas „Besonderes“ wollten. So schön Rofrano auch ist, so erreicht man von dort aus den nächsten Strand erst nach 30 km. Abgesehen davon kann man in dem kleinen Bergdorf auch nicht wirklich viel Neues sehen. Wir suchten etwas Besonderes – und was kann es Besseres als eine wunderschöne Insel vulkanischen Ursprungs geben? Wir schwankten zwischen Capri und Ischia und entschieden uns letztendlich für Ischia. Über Capri hatten wir schon viel Gutes gehört. Ischia erschien uns eher weniger bekannt und vor allem auch deswegen so reizvoll. Wir wollten gerne etwas sehen, was kein typisches Reise-Ziel ist und wo kein Massen-Ansturm deutscher oder englischer Touristen zu erwarten war. Aus heutiger Sicht können wir sagen, dass wir mit dieser Überlegung richtig lagen und eigentlich kaum andere Touristen, außer Italiener selber, auf Ischia antrafen.

Auch wenn wir im August 2013 noch keine eigenen Kinder hatten, fuhren wir dennoch mit Kindern in den Urlaub: Wir nahmen meine drei kleinen Brüder – damals 10,12 und 14 Jahre – mit nach Ischia und verbrachten dort einen wundervollen und erholsamen Urlaub.

Ischia bietet tolle Strände zum Relaxen
Ischia bietet tolle Strände zum Relaxen

Wir wagten es und fuhren also zu fünft mit dem Auto nach Ischia. Wahrscheinlich wäre es per Flugzeug nach Neapel und von dort aus mit der Fähre nach Ischia etwas bequemer gewesen, aber wir wollten absolut unabhängig sein, uns mit unserem eigenen Pkw frei bewegen können und wollten im Anschluss an den Urlaub schließlich noch die Familie in Rofrano besuchen. Da ist ein Auto unabdingbar. Theoretisch hätte man sich ja auch ein Auto mieten können, aber das stellten wir uns etwas kompliziert vor, da wir beide kaum Italienisch können und nur wenige Italiener der englischen oder gar deutschen Sprache mächtig sind. Wir hatten einfach zu viele Befürchtungen, dass es Probleme mit der Kommunikation und letztendlich mit unserer Mobilität auf und rund um die Insel kommen könnte.
Wie wir später im Urlaub dann erfuhren, gehörten wir zu den ganz Wenigen, die tatsächlich mit ihrem eigenen Pkw die knapp 17-stündige Reise auf sich nahmen. Die meisten anderen Touristen aus Deutschland waren mit dem Flugzeug angereist und hatten sich auf der Insel ein Auto gemietet oder wohnten im Hotel und bewegten sich ausschließlich per Bus oder Taxi fort.

Bei uns ging es also mit voll bepacktem Kombi runter in Richtung Süden – immer der Sonne entgegen. In Pozzuoli ging es auf die Fähre und nach einer knappen Stunde Fahrt kamen wir auf einer wunderschönen grünen und blühenden Insel an. Ischia ist sehr idyllisch, sauber und ordentlich.

Ischia - Feine helle Sandstrände laden zum Relaxen ein.
Ischia – Feine helle Sandstrände laden zum Relaxen ein.

Ca. eine halbe Stunde von Ischia Porto entfernt lag unsere Ferien-Wohnung in Barano. Ischia besteht aus sechs kleinen Gemeinden (u. a. Forio und Barano). Die Straßen auf der gesamten Insel sind recht eng und verschlungen, sodass wir uns anfangs etwas Sorgen um unseren neuen Ford Focus machten und ob wir mit dem Auto unbeschadet diese Insel wieder verlassen würden. Denn schon sehr schnell fiel uns auf, dass hier fast ausschließlich kleine Autos wie Fiat Panda, Punto u.s.w unterwegs waren. Das ist ja auch kein Wunder bei den engen und kurvigen Straßen und den meist engen Parkplätzen. Eines kann ich jetzt aber schon vorweg sagen: Unser Auto kam ohne jeglichen Kratzer wieder unbeschadet in Deutschland an.

Schon nach wenigen Tagen hatten wir uns an die besondere und sehr offensive Fahrweise der Italiener gewöhnt. Hier ist schnelle Reaktion im Straßenverkehr angesagt. Ein wenig Angst um unser Auto hatten wir besonders auf öffentlichen Parkplätzen, da eigentlich fast jedes Auto auf dieser Insel beschädigt war: Kratzer, Dellen, Beulen waren ganz normal und stark beschädigte oder gar abgefahrene Seitenspiegel an der Tagesordnung. Schnell stellten wir aber fest, dass die freundlichen Insel-Bewohner auf die Fahrzeuge von Touristen besonders achteten und Rücksicht nahmen. Es schien, als wenn unser deutsches Kennzeichen unser Schutzschild war. Man sah schon beim Parken, dass neben einheimischen Fahrzeugen einfach mal ganz rabiat daneben – sehr nah daneben – geparkt und andere Fahrzeuge gerne auch mal gerammt wurden. Von unserem Fahrzeug wurde aber stets Abstand genommen.

Somit möchte ich jetzt zu der Gastfreundschaft auf Ischia kommen. Wir haben nur freundliche Menschen getroffen. Wenn wir unterwegs waren und nur kurz fragend geschaut haben, hat man uns direkt angesprochen, ob man uns helfen könne. Das empfanden wir als fast unglaublich freundlich. Man wurde bei Spaziergängen durch die Dörfer von den Dorf-Bewohnern angelächelt und es wurde gegrüßt. Wir fühlten uns sehr willkommen. Auch wenn kaum ein Bewohner dieser Insel Deutsch oder gar Englisch sprechen kann, so haben wir dennoch geschafft, uns mit den freundlichen Menschen zu verständigen. In Restaurants, Geschäften und sehr touristenbehafteten Orten sahen die Fremdsprachen-Kenntnisse wieder anders aus. Hier konnte man zumindest ein wenig Englisch und zum Teil sogar Deutsch sprechen. Es sei noch angemerkt, dass man mit „normalem“ Italienisch auch nicht unbedingt sehr weit auf Ischia kommt, da hier ein spezieller Dialekt gesprochen wird, der zusammen mit weiteren Dialekten für die Gegend in und rund um Napoli (Neapel) üblich ist.

Die eigentliche Attraktion auf Ischia sind die heißen Quellen. Schon seit dem 14. Jahrhundert gibt es hier keine vulkanische Aktivität mehr. Aber tief unter der Erde brodelt es immer noch. Dank dieser heißen Wunder-Kräfte ist Ischia zu einem beliebten Reise-Ziel für Kur- und Wellness-Touristen geworden. Auf Ischia verfügt so gut wie jedes Hotel und sogar jede Pension über ihr eigenes Schwimmbad mit Zugang zu einer der zahlreichen Thermalquellen.

Wir persönlich waren nicht unbedingt auf einen Wellness-Urlaub, sondern eher auf einen entspannten Bade-Urlaub am Meer aus. Ein wunderschöner Strand rund um eine kleine Bade-Bucht, die wir jedem empfehlen können, ist San Montano. Obwohl wir den großen und von den Touristen sehr beliebten Maronti Strand nur wenige Meter von unserer Ferienwohnung entfernt gelegen hatten, so suchten wir lieber nach einer ruhigeren und idyllischen Badebucht. So hatte mein Mann bereits vor unserem Urlaub den Strand von San Montano herausgesucht. Die Badebucht ist wunderschön. Der übersichtliche Sandstrand bietet aufgrund der Bäume am Rand einige Schatten-Plätze. Ansonsten sollte man einen Sonnenschirm mitbringen, da an diesem Strand keine Liegen und Schirme vorhanden sind. Hierhin scheinen sich nur sehr wenige Touristen zu verirren, da wir hier fast ausschließlich Italiener antrafen. Dabei ist diese Badebucht so wunderschön! Das Wasser ist klar und relativ still. Man kann mehrere Meter weit ins flache und sanft abfallende Wasser reingehen. Die Bucht ist umsäumt von kraftvollen Felswänden und von wundervollen grünen Baumflächen. Das Panorama ist einfach nur beeindruckend. Die Strand-Anlage ist privat und verfügt über einen überwachten Parkplatz. Freundliche Herren weisen einen geduldig beim Parken ein und überwachen den gesamten Parkplatz. Die gesamte Strand-Anlage ist wunderbar gepflegt, sauber und wunderschön bepflanzt. Hier haben wir uns sehr wohl gefühlt.
Direkt am Strand gibt es heiße Quellen. So gab es ein heißes Rinnsal, in dessen Nähe immer wieder Touristen entspannten und Fango-Behandlungen durchführten. Man sollte nicht direkt mit dem heißen Wasser in Berührung kommen – warnte uns ein Einheimischer. Ich weiß nicht, wie heiß dieses Wasser war, aber es stieg deutlich Dampf auf. Wir haben lediglich zugesehen, dass wir nicht allzu sehr in die Nähe der heißen Quelle kamen, um uns nicht zu verbrühen und badeten und sonnten uns. Hier verbrachten wir viele erholsame Tage.

Abends fuhren wir fast jeden Tag ins Zentrum der Insel nach Ischia. Hier blühte jeden Abend das volle Leben. Bis spät in die Nacht tobten und spielten Kinder auf der Straße, als gäbe es kein Morgen. Zahlreiche wunderschöne Läden, Boutiquen und Souvenir-Shops luden zum Stöbern ein.
Modisch gekleidete Menschen von Jung bis Alt flanierten auf den Straßen und genossen die lauen Sommer-Abende.
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Zahlreiche Restaurants lockten mit leckeren Pizzen und Fisch-Gerichten, sodass die Entscheidung manchmal echt schwer fiel.

An Tagen, wo wir es etwas ruhiger haben wollten, blieben wir in Barano und gingen dort im Dorf spazieren. Es ist so wundervoll, von fast jedem Ausgangspunkt der Insel aus das schöne Meer sehen zu können. So hatten wir auch von unserer Ferienwohnung aus einen herrlichen und unbezahlbaren Meerblick. Ich erinnere mich noch an diesen schönen Anblick, als wäre es erst gestern gewesen.

An einem Tag sind wir mit der Fähre nach Neapel gefahren – ohne Auto. Wir wollten einen schönen Ausflug machen und die Stadt ein wenig erkunden. Da hatten wir leider die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Leider machte uns die mächtige Hitze einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Darüber hatten wir ja gar nicht nachgedacht, dass es im Stadt-Inneren womöglich um die Mittags-Zeit viel zu heiß sein wird, um etwas zu unternehmen. Auf der Insel wehte ständig eine angenehme Brise und bei knapp über 30°Celsius ließ es sich auf Ischia wunderbar aushalten. Wir gingen bei unseren Reiseplänen für Neapel von ähnlichen Temperaturen aus. Doch schon nach wenigen Minuten in Neapel merkten wir, dass wir es alle nicht mehr lange aushalten können würden. Mitten in der Stadt schien die Hitze sich so richtig zu stauen. Also haben wir uns ein gemütliches Restaurant gesucht, haben gegessen, sind am Hafen spazieren gegangen und fuhren wieder zurück nach Ischia.
Unsere Fahrt nach Neapel hat sich dennoch gelohnt. Die Fahrt mit der Fähre war ein Traum. Es ging vorbei an Capri und an Procida – die Aussicht war einfach einmalig. Und das Beste: Wir haben einen Delfin neben unserer Fähre aus dem Wasser aufspringen sehen! Im Golf von Neapel gibt es ein Naturschutzgebiet für Wale und Delfine und tatsächlich haben wir einen Delfin gesehen.

Ischia - Eine charmante Vulkan-Insel lädt zum Relaxen ein
Ischia – Eine charmante Vulkan-Insel lädt zum Relaxen ein

Heute denken wir noch sehr gerne an unseren Urlaub auf Ischia zurück. Ganz bestimmt sind wir nicht zum letzten Mal auf Ischia gewesen. Wir überlegen, evtl. einmal im Herbst dorthin zurückzukehren und dann wirklich die Thermen-Angebote in Anspruch zu nehmen. Außerdem lohnen sich dann ausgiebige Ausflüge und Besichtigungen bei angenehmeren Temperaturen schon eher. Wir hatten nämlich eigentlich neben einer Stadt-Besichtigung in Neapel noch einen Ausflug zum Vesuv und nach Pompeji geplant. Bei kühleren Temperaturen kann man diese Ausflüge ganz bestimmt eher genießen.

Auch wenn die Heimreise nach unserem anschließenden Besuch bei der Verwandtschaft im Bergdorf Rofrano eine noch größere Strapaze war – die Fahrt erschien und viel länger als die Hinreise (bei der Hinreise war ja die Aufregung und Vorfreude groß), so hat es sich dennoch gelohnt. Wir sind um sehr viele schöne Eindrücke und Erinnerungen reicher geworden.

Jedem, der auf der Suche nach einem besonderen Reise-Ziel ist, können wir Ischia empfehlen. Für eine Kur oder einen Wellness-Urlaub ist die Reise perfekt. Aber auch ein gewöhnlicher Pärchen- oder Familien-Urlaub wird hier zu einem unvergesslichen Highlight.


Dieser Beitrag ist Teil einer Blogparade zum Thema „Italien“ bei Tina in the Middle. An dieser Themen-Reihe beteiligen sich neben Tina und mir auch Maria, Lisa, Michelle, Alexandra, Hanna.

5 Kommentare zu “Ischia – eine charmante Vulkan-Insel lädt zum Relaxen ein (Blogparade)

  1. Stimmt, Neapel hat keinen besonders guten Ruf, aber über Ischia habe ich bisher nur großartiges gehört. Deine Fotos sehen auch sehr schön aus 😉

    LG, Tina

  2. Was für ein eindrucksvoller Bericht über Ischia! Diese Insel ist durchaus eine Reise wert – vor allem für Entspannungs-Urlauber, die sich von den inseleigenen Thermen verwöhnen lassen möchten.
    Viele Grüße
    Maria

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