Müdigkeit

Müde – Schwangerschaft und Babyzeit im Vergleich

Wenn ich mein Jahr 2017 in Worten beschreiben soll, so fallen mir spontan die beiden Worte „Familienglück“ auf der einen und „Müdigkeit“ auf der anderen Seite ein. Tatsächlich haben diese beiden Worte das letzte Jahr extrem geprägt und meinen Alltag dominiert.

 


Von Hormonen beherrscht

 

Die erste Hälfte des Jahres 2017 war ich schwanger. Und ich war müde. So extrem müde, dass ich denke, müder geht es schon gar nicht mehr.

 

Manchmal frage ich mich, ob es auch anderen Frauen so geht wie mir. Was ich damit meine? Es geht um die Macht der Hormone – insbesondere in der Zeit der Schwangerschaft (aber teils auch in der Stillzeit, doch das soll nicht Thema dieses Beitrags sein). Der Einfluss der Hormone hat mir bereits in meiner ersten Schwangerschaft mit dem Frühlingskind sehr zu schaffen gemacht. Mit der Schwangerschaft des Babymädchens – so scheint es mir zumindest – wurde ich mit einer noch größeren Wucht von diesen blöden hormonellen Umstellungen in meinem Körper umgehauen. Und tatsächlich bezeichne ich mich unter dem starken Einfluss der Hormone in der Schwangerschaft als schwach – als sehr schwach. Denn ich war nicht mehr ich selbst,  hatte mich oftmals kaum unter Kontrolle und ich erkannte mich in dieser Zeit zum Teil selbst nicht mehr wieder. Es ist nicht so, dass ich in meinen beiden Schwangerschaften nicht glücklich gewesen bin. Ganz im Gegenteil: Ich fühlte mich erfüllt, zufrieden und wirklich glücklich. Paradoxerweise fühlte ich mich aber auch komisch, wie auf einem anderen Planeten oder einfach wie ein ganz anderer Mensch und das machte mir sehr oft sehr stark zu schaffen.

 

Schwangerschaft

 

Doch was genau machte die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft mit mir? Das Krasseste was sich in meinem Körper veränderte war diese endlose Müdigkeit (ich muss schon wieder gäääääähnen). So müde wie in meinen beiden Schwangerschaften war ich wahrscheinlich niemals zuvor in meinem Leben. Ich finde, diese Art der Müdigkeit kann man auch nicht mit den krassen schlaflosen Nächten in der Babyzeit vergleichen, die ich nun auch schon wieder seit fast 7 Monaten erlebe. Auch heute – und gerade auch in diesem Augenblick wo ich den Artikel schreibe – bin ich hundemüde, denn das Babymädchen ist in der letzten Nacht  innerhalb von 6,5 Stunden, die ich im Bett lag (und schlafen wollte) 4 Mal zum Stillen aufgewacht. Von solchen Nächten haben wir sehr viele. Und natürlich bin ich müde. Doch es ist tatsächlich eine ganz andere Art von Müdigkeit im Vergleich zu der schlaflosen Zeit in meinen beiden Schwangerschaften – insbesondere in meiner letzten Schwangerschaft mit dem Babymädchen.

 


Müdigkeit ist nicht gleich Müdigkeit

 

Ich versuche es mal ansatzweise zu beschreiben, was ich damit meine. Seit der Geburt des Babymädchens im Juni letzten Jahres bin ich müde. Ich habe bereits extrem viele schlaflose Nächte hinter mir und komme immer wieder an meine Grenzen. Aber ich weiß, für wen ich das alles tue. Da ist dieses wundervolle kleine Mädchen, das mich Tag für Tag anstrahlt und mich braucht. Ich kenne dieses Babymädchen nun schon seit fast 7 Monaten und ich liebe sie von ganzem Herzen.

 

Babymädchen

 

In der Schwangerschaft hingegen sollte ich ja eigentlich auch wissen, wozu – und vor allem für wen – ich das alles tue. Ich spürte ja immer wieder die wundervollen Bewegungen meiner kleinen Tochter im Bauch. Und dennoch ärgerte ich mich fast jeden Tag: Ich wusste ja noch aus der Babyzeit des Frühlingskindes, dass mit der Geburt des Babys wieder eine sehr harte und schlaflose Zeit auf mich zukommen würde. Und genau deswegen wollte ich die babyfreie Zeit noch einmal so richtig genießen und auskosten und wunderbar ausschlafen. Vorschlafen kann man ja leider nicht, aber zumindest die ersten zwei Trimester meiner Schwangerschaft wollte ich schlafen, schlafen, schlafen was das Zeug hält (im dritten Quartal würde mich ja zunehmend der immer größer werdende Bauch stören 😉 ). Aber Pustekuchen! Das klingt ja irgendwie verrückt, aber mein Problem war wirklich das, dass ich es einfach nicht akzeptieren wollte, warum ich denn jetzt schon (bereits seit BEGINN der Schwangerschaft) nicht schlafen durfte. Schließlich wusste ich ja ganz genau, was ab der Geburt des Babys für eine grausamst schlaflose  Zeit auf mich zukommen würde. Aber nein. Ich war schlaflos. Hundemüde, aber schlaflos. Da waren die unzähligen Toilettengänge in der Nacht. Da war aber auch das einfache Wachsein in der Nacht. Ich lag stundenlang einfach wach herum, hundemüde, und konnte nicht schlafen. So ging es fast die ganze Schwangerschaft. Und es zehrte an meinen Nerven. Es war wirklich eine Folter.

 

Und wenn ich die Müdigkeit und die schlaflosen Nächte in der Schwangerschaft mit den aktuellen schlaflosen Nächten vergleiche, so stelle ich einen für mich sehr großen Unterschied heraus. Die aktuelle Müdigkeit ist bei weitem nicht so quälend wie die in der Schwangerschaft.

 

Ich hatte bereits in der Schwangerschaft mit dem Babymädchen vorgehabt, einen Blog Artikel zu diesem Thema zu verfassen, aber ich konnte es nicht. Diese lähmende Müdigkeit machte es mir schwer, zu schreiben. Ich bin froh, dass ich es damals immerhin geschafft hatte, zumindest ein paar Artikel zu verbloggen. Insgesamt hat der Blog jedoch in der Zeit der Schwangerschaft stark gelitten (obwohl ich mir eigentlich sooo viel vorgenommen hatte). Aber als umso besser empfinde ich es inzwischen, diesen Artikel über die Müdigkeit gerade jetzt erst zu schreiben. Denn ich bin noch relativ frisch gebackene Mama, die bereits fast 7 Monate schlaflose Babyzeit hinter sich hat. Und auch aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: In der Schwangerschaft war es viel schlimmer mit der Müdigkeit. Und in dieser Hinsicht bin ich heilfroh,  jetzt nicht mehr schwanger zu sein.

 

So nun reicht es aber zu diesem Thema. Denn je mehr ich über Müdigkeit schreibe, desto müder werde ich. Ihr vielleicht auch?! 😀

 


Habt ihr es vielleicht ähnlich erlebt mit den schlaflosen Nächten? Gibt es tatsächlich noch andere Mamas, die zumindest ansatzweise nachvollziehen können, was ich meine?

 


Eure Elena 

 

2 Kommentare zu “Müde – Schwangerschaft und Babyzeit im Vergleich

  1. Ich glaub ich hab bei jedem deiner Sätze innerlich genickt. Bei mir war es auchziemlich so heftig mit der Müdigkeit im der Schwangerschaft. Direkt von Anfang an. Der Blog lag auch fast brach. Ich hab mich nicht wiedererkannt und vor lauter Müdigkeit und Antriebslosigkeit gar nichts mehr gemacht. Nur noch das Nötigste, aber zu meinen Hobbies konnte ich mich gar nicht mehr durchringen. Und gerade zu Anfang wenn die äußere Veränderung noch nicht da ist, hat man ja auch selbst kaum Verständnis dafür, dass man schon so in den Seileb hängt. Ich bin jetzt in der 40 ssw. Vom Müdigkeitsgrad her, ist es grad sogar besser als zu Anfang, obwohl ich doch immer noch sehr erschöpft bin. Aber immerhin nicht mehr antriebslos. 🙂
    Alles Liebe, Nätty

    1. Danke für deinen Kommentar liebe Nätty. Das ist doch echt der Wahnsinn, wie so eine Schwangerschaft einen umhauen und so dermaßen aus der Bahn werfen kann. Das ist echt nicht witzig, wenn man nur noch sein großes Schlafbedürfnis im Kopf hat und sich auf nichts weiter konzentrieren kann und dazu auch noch antriebslos ist. Was hatte ich damals ein schlechtes Gewissen in Hinsicht auf den Blog. Ich dachte immer nur: Andere Schwangere bekommen das doch auch hin und hauen einen Artikel nach dem anderen heraus (oder gar die schwangeren Youtuberinnen, die „ganz normal“ weiter ihre Videos produzier(t)en!!!). Da fragte ich mich immer wieder: „Ey, was stimmt nicht mit mir? Warum bin ich so extrem sensibel?“…etc. …). Und ich fühlte mich halt sehr schwach und verletzlich.
      LIebe Nätty, schön, dass du deine Erfahrungen mit mir / uns teilst und schön, dass du inzwischen sogar besser schlafen kannst 🙂 Ich wünsche dir noch eine schöne Restschwangerschaft und alles Liebe für die Geburt 🙂 <3
      Fühl dich gedrückt 🙂

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