Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes? Wirklich?

Vor einiger Zeit hatte ich euch bereits davon berichtet, dass ich auch in dieser Schwangerschaft höchstwahrscheinlich unter einem leichten Schwangerschaftsdiabetes leide. Inzwischen habe ich Neuigkeiten zu diesem Thema, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 


Schwangerschaftsdiabetes in meiner ersten Schwangerschaft

 

In meiner Schwangerschaft mit dem Frühlingskind wurde bei mir um die 28. Schwangerschaftswoche herum ein leichter Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Damals handelte es sich lediglich um meinen Nüchternwert und dieser war grenzwertig – also nicht wirklich besorgniserregend. Obwohl bei mir zuvor um die 24. Woche bereits bei meiner anderen Gynäkologin (ich arbeitete 100 km von zu Hause entfernt, in Kerpen, und hatte deswegen bis zu meinem Beschäftigungsverbot meine Gynäkoligin in der Nähe meiner Arbeitsstätte) ein Zuckertest (routinemäßig) gemacht worden ist und das Ergebnis super war, wollte meine neue Gynäkologin nun nochmals einen Zuckertest mit mir durchführen. Der Grund? Ich hatte leicht erhöhte Zuckerwerte im Urin. Das musste nun also überprüft werden. Ich muss dazu sagen, dass es schon die Zeit war, in der ich seit ca. 2 Wochen nur liegen durfte. Ein Mangel an Bewegung fördert nun mal eine leichte Erhöhung der Zuckerwerte. Das ist wohl ganz normal. Dennoch wollte meine Gynäkologin kein Risiko eingehen, denn ein nicht erkannter Schwangerschaftsdiabetes kann zu einer schlechten Entwicklung des Kindes und zu einer Frühgeburt führen.

 

Der Zuckertest ergab schließlich, dass meine Werte super sind – außer mein Nüchternwert, der grenzwertig auffiel. Also wurde ich zum Diabetologen überwiesen. Dort wurde die Diagnose eines leichten Schwangerschaftsdiabetis bestätigt, den es nun durch eine Ernährungsumstellung in den Griff zu bekommen galt.

 

Der Diabetologe war allerdings sehr ratlos und konnte sich zunächst nicht erklären, warum ich denn diesen leicht erhöhten Nüchternwert aufweise. Denn in unserer Familie gibt und gab es bisher niemanden mit Diabetes und er meint, dass ich eigentlich auch viel zu schlank für diese Diagnose bin. Solch eine ungewöhnliche Konstellation hatte er wohl noch niemals gehabt – und er stand bereits kurz vor dem Ruhestand.

 

Nach ausführlichen Gesprächen und Analysen meiner Ess- und Bewegungsgewohnheiten gemeinsam mit der mir zur Seite gestellten Diabetes Beraterin war dann eigentlich schnell klar, woran der leicht erhöhte Wert liegen könnte: Ausschlaggebend sei der Bewegungsmangel, den wir nun nicht ändern konnten, da ich weiterhin nur liegen und sitzen sollte. Also war da nur noch die Ernährung da, die wir umstellen mussten.

 

Die Umstellung meiner Ernährung hatte mich damals hart getroffen. Denn in der damaligen Schwangerschaft hatte ich ohnehin sehr stark abgenommen, weil ich fast nichts essen konnte. Ich hatte kaum Apetitt und es schmeckte mir so gut wie nichts. Und nun sollte ich die wenigen Lebensmittel, die mir noch schmeckten, fast gänzlich aus meinem Speiseplan verbannen und stattdessen zu Fleisch, Fisch und Co. greifen – einfach unvorstellbar für mich damals! Die wenigen Dinge, die ich überhaupt essen konnte, waren fast nur Kohlenhydrate. Und die galt es nun zu reduzieren.

 

Doch das war nicht das Allerschlimmste an der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes, sondern ich musste nun jeden Tag extrem häufig meinen Blutzucker selbst messen und durfte in den Zwischenzeiten nichts essen. Für eine Schwangere, die zudem sowieso Probleme mit dem Essen hat, ist es wirklich nicht lustig. So vegetierte ich einen Großteil des Tages extrem hungrig und unglücklich vor mich hin. Denn so hatte ich mir meine Schwangerschaft überhaupt nicht vorgestellt 🙁 . Jetzt durfte ich aufgrund der vorzeitigen Wehen also nichts mehr machen, nur rumliegen und sitzen und durfte zudem nicht einmal eine Kleinigkeit essen, wenn ich Hunger hatte. Sattdessen sollte ich 3 Hauptmahlzeiten am Tag zu mir nehmen, die mich dann jeweils für eine gewisse Zeit sättigen sollten. Das Problem war nur, dass ich ganz extreme Mini-Portionen auf einmal essen konnte und schon nach kurzer Zeit wieder hungrig war. Aber ich durfte ja aufgrund des Schwangerschaftsdiabetes nichts mehr zwischendurch essen, da ich ja nach einer Stunde wieder meinen Zucker messen musste. Das war echt ein mieser Teufelskreis.

 

 

Schwangerschaftsdiabetes
Die mir verhassten Gegenstände…

 

 

Einmal Gestationsdiabetes, immer Gestationsdiabetes?

 

Nun bin ich also mit meinem zweiten Kind schwanger. Und wodurch wurde mir schon relativ zu Beginn dieser Schwangerschaft die Stimmung ein wenig vermiest? – Durch meine Gynäkologin, die mich bereits ca. in der 10. Woche darauf hinwies, ich solle mich am besten sofort bei meinem Diabetologen melden. Schließlich hätte ich in der ersten Schwangerschaft einen diagnostizierten Schwangerschaftsdiabetes gehabt und da sei die Wahrscheinlichkeit sehr naheliegend, dass ich auch in der erneuten Schwangerschaft mit diesem Problem zu tun haben würde.

 

Der Diabetologe empfand die Überweisung als deutlich zu früh und auch leicht übertrieben – aber so ist sie nun mal, meine Gynäkologin. Sehr vorsichtig und ängstlich. Er empfahl, dass bei mir aber jetzt schon einmal ein Zuckertest gemacht werden sollte. Sicher sei sicher. Der Test wurde dann nach einiger Zeit – in der 16. Schwangerschaftswoche – bei meiner Gynäkologin gemacht und dann kam für mich der große Schock: Meine Werte waren wieder so ähnlich wie damals beim Zuckertest mit dem Frühlingskind. Alle Werte waren super, nur der Nüchternwert war leicht erhöht.

 

Also ging nun die Gurkerei zum Diabetologen los. Zum Glück (!!!!) hatte ich dieses Mal nicht den Diabetologen aus meiner ersten Schwangerschaft. Der neue Diabetologe verstand ebenfalls die Welt nicht, wie es sein könne, dass ich einen Schwangerschaftsdiabetes haben soll. Er empfand es als sehr verwunderlich, da es diese Krankheit bei uns in der Familie eben nicht gibt, noch jemals gegeben hat. Und ich sei dafür auch jetzt wieder zu schlank – außerdem hätte ich ja sogar im Laufe der Schwangerschaft einige Kilos abgenommen, statt zugenommen. Für ihn passte das alles nicht zusammen. Also machte er zur Sicherheit einen speziellen Bluttest mit mir. Dieser Test ergab dann, dass meine Werte super sind und bei mir kein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert werden kann. Dennoch stellte er mir seine Diabetes Assistentin an die Seite – vorsichtshalber.

 

Nachdem die Dame mein Essverhalten analysiert, sich meine Zuckerwerte über mehrere Wochen und mein Leben etwas genauer angesehen hatte, war für sie alles klar: Ich hätte mit größter Wahrscheinschlichkeit keinen Gestationsdiabetes. Ab und an, an manchen Tagen, war zwar mein Nüchternwert leicht erhöht (aber eben nur grenzwertig) und schon bald war ihr klar, woran das nur liegen konnte. Meine Ernährung empfand sie als gut und ausgewogen. In dieser Schwangerschaft habe ich zum Glück nicht solche Essens-Probleme wie in der ersten Schwangerschaft. Sie lernte bei einem gemeinsamen Termin mein Frühlingskind kennen und einen seiner Wutausbrüche, wenn etwas nicht nach seinem Willen geschieht. Das war mir natürlich unheimlich peinlich. Sie sagte dann sofort, dass vor allem Stress ein Auslöser für leicht erhöhte Zuckerwerte sein kann und dass das aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Grund für meinen ab und an leicht erhöhten Nüchternwert ist. Ich bestätigte ihr, dass ich mit meinem Sohn natürlich so gut wie jeden Tag viel zu tun habe und es nicht immer leicht mit ihm ist, da er halt sehr auf mich fixiert ist und mich rund um die Uhr „belagert“ ;-). Ansonsten gab sie mir den Tipp, dass ich ein paar kleine Gymnastik-Übungen zu Hause machen könnte. Diese leichten Bewegungen können den Zuckerwert schon deutlich senken.

 

Und dann kam der zweite Zuckertest

 

Den Tipp der Diabetes Beraterin mit der Bewegung nahm ich sehr ernst und bewegte mich nun regelmäßig mit verschiedenen Übungen. Und auch so – bei gutem Wetter ging ich wieder mehr spazieren. Nun stand in der 24. Schwangerschaftswoche mein 2. Zuckertest an. Ich war so gespannt auf das Ergebnis. Und was soll ich sagen? ALLE Werte waren super! Mit einem Lächeln im Gesicht verkündete mir meine Diabetes Beraterin die frohe Botschaft, schloss nun eindeutig und schriftlich einen Schwangerschaftsdiabetes aus und entließ mich als Patienten vom Diabetologen.

 

Für den Ausschluss der Diagnose Gestationsdiabetes nahm sie auch die letzten Ultraschallergebnisse untertsützend zur Hilfe. Mein Baby ist sehr gut und proportional entwickelt und befindet sich in der Wachstums-Kurve genau in der goldenen Mitte – also auch hier keine Anzeichen für einen möglichen Schwangerschaftsdiabetes.

 

Ich bin also erlöst!!!! Ich habe keinen Schwangerschaftsdiabetes und muss mich nicht mehr den lästigen Zuckermessungen unterziehen.

 

Diese Tatsache ist wohl ein Hauptgrund dafür, warum ich mich in dieser Schwangerschaft bisher (bis auf einige andere Wehwehchen) pudelwohl fühle.

 


Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie erleichtert ich jetzt bin!

 

Eure Elena

 

2 Kommentare zu “Schwangerschaftsdiabetes? Wirklich?

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