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Zwischen Hoffen und Bangen – der Kindergartenplatz

Obwohl wir auf dem Land leben, war die Sache mit dem Kindergartenplatz von Anfang an kein leichtes Unterfangen bei uns. Vor genau einem Jahr bekamen wir die Absage unseres Wunsch-Kindergartens, der praktischerweise nur eine Straße entfernt von uns liegt. Doch wie ging es dann bei uns weiter?

 


Wut und Unverständnis

 

Als ich genau vor einem Jahr die Absage unseres örtlichen Kindergartens in Händen hielt, war ich schockiert, wütend und verzweifelt zugleich. Das durfte doch einfach nicht wahr sein! Als wir uns damals diesen Wohnort ausgesucht und unser Häuschen hier gekauft hatten, schauten wir uns natürlich auch an, wie es hier um den Kindergarten und die Schulen bestellt ist. Wow, einer der besten Kindergärten in der Umgebung liegt nur eine Parallel-Straße von uns entfernt! Die Bushaltestelle für den Schulbus befindet sich ebenfalls fast parallel zu unserem Haus. Perfekt also! So kommen wir auch mit einem einzigen Auto gut klar und müssen für mich nicht zwingend einen Zweitwagen holen. Denn wir haben schon immer versucht, Kosten zu sparen, wo es nur geht. Und solange wir mit einem einzigen Auto klar kommen, umso besser.

 

Wie habe ich mich doch geärgert, als ich die Kindergarten-Absage vor einem Jahr in Händen hielt. Das bedeutete also, dass wir einen tollen Kindergarten direkt um die Ecke haben – fußläufig erreichbar. Aber ich muss mein Kind scheinbar im nächsten Ort anmelden (der Kindergarten dort zählte noch nie zu meinen großen Favoriten) und ich war schon allein wegen des Kindergartens auf ein Auto angewiesen. Wie ärgerlich!

Die Absage bekamen wir also für das Kindergartenjahr 2016. Das Frühlingskind wäre dann 2,5 Jahre alt gewesen, wenn man ihn dort letztes Jahr aufgenommen hätte. Das ist ein Alter, indem man meiner Ansicht nach schon so langsam mit dem Kindergarten anfangen kann – auch wenn ich eher zu der „alten“ Pädagogik plädiere, wie ich sie noch in meinem Abitur gelernt habe, dass die ersten 3 Jahre eines Kindes ausgesprochen wichtig sind und es nach Möglichkeit in dieser Zeit noch zu Hause betreut werden sollte. Wir konnten oder können uns das zum Glück auch erlauben, da ich von zu Hause aus arbeite und mir meine Zeit frei einteilen kann. Das ist ja wirklich schon ein Luxus in der heutigen Zeit – dessen bin ich mir voll und ganz bewusst und auch einfach nur dankbar für diese Tatsache.

 

„Wenn du den Platz haben möchtest, melde ihn so früh wie möglich an!“

 

Wie oft habe ich diesen Satz aus der Nachbarschaft oder auch von befreundeten Müttern gehört. Der besagte Kindergarten in unserem Ort ist nämlich sehr gefragt und bekommt Jahr für Jahr übermäßig viele Anfragen. Laut der Aussagen aller Leute, die mit diesem Kindergarten zu tun haben, hat man für unter 1-Jährige die besten Chancen, einen Platz zu bekommen. Auch unter 2-Jährige haben noch eine ganz gute Chance auf den Platz. Das konnte doch nicht wahr sein? Damals wollte ich das einfach nicht glauben und habe im Traum nicht daran gedacht, mein Kind schon mit unter 2 Jahren in den Kindergarten zu schicken. Schließlich hatte ich auch meine Elternzeit für mindestens 2 Jahre geplant – sogar mit der Option auf Verlängerung auf 3 Jahre. Da das Frühlingskind zudem immer ein sehr sensibles Kind war und erst seit dem letzten Sommer so richtig aufgeblüht ist, hätte ich ihn damals niemals in den Kindergarten geschickt. Ich hatte einfach kein gutes Gefühl dabei. Und nur um den Platz sicher zu haben, das Kind zu Hause zu behalten, aber die immens hohen Gebühren für unter 2-Jährige oder gar unter 1-Jährige bezahlen?! Das war es mir auch nicht wert und das sah ich absolut nicht ein.

 

Immerhin hatte ich das Frühlingskind bereits im frühen Baby-Alter in diesem Kindergarten angemeldet. Ich war jetzt also nicht spät dran. Allerdings hatte ich ihn für das Kindergartenjahr 2016 angemeldet. Dann wäre er 2,5 Jahre alt, wenn er in den Kindergarten käme.

 

Ich wollte die Hoffnung nicht aufgeben

 

Das Frühlingskind wurde also für das Kindergartenjahr 2016 in unserem Wunschkindergarten vor Ort abgelehnt. Hatte es denn dann noch einen Sinn, ihn für das kommende Kindergartenjahr wieder in dem gleichen Kindergarten anzumelden? In dem Kindergarten, in dem es immer weniger Chancen für ein Kind gab, je älter es wurde? Schließlich würde das Frühlingskind im August 2017 ja schon 3,5 Jahre alt sein. Für mich persönlich ist es das ideale Alter, um mit dem Kindergarten zu starten. Aber wieder sagten mir alle: Vergiss es, es gibt keine Chance! Melde ihn woanders an.

 

Gesagt, getan. Ich meldete ihn tatsächlich im Kindergarten im nächsten Ort an. Dort sagte man uns für 2017 auch sehr gute Chancen zu. Dennoch blieb mein mulmiges Gefühl. Früher oder später musste also das zweite Auto her. Außerdem fühlte ich mich nicht zu 100% wohl in diesem Kindergarten. Ich weiß nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll. Aber jedes Mal, wenn ich an diesen Kindergarten denke, krampft sich mein Magen ein wenig zusammen. Ich kann es wirklich nicht richtig erklären. Bei der Besichtigung letzten Monat in diesem Kindergarten fühlte sich das Frühlingskind dort aber pudelwohl und wollte einfach nicht weg. Hauptsache, der Kleine fühlt sich hier wohl! Das sagte ich mir immer wieder und versuchte, mir das komische Gefühl auszureden.

 

Dennoch, ich konnte die Hoffnung auf den Kindergartenplatz – trotz aller Widrigkeiten – hier im Ort nicht aufgeben. Und erneut meldete ich das Frühlingskind hier an. Für das Kindergartenjahr 2017. Versuchen kann man es ja. Aber viel Hoffnung hatte ich echt nicht mehr.

 

 

kita

 

Der erlösende Anruf

 

Und heute – an einem Tag im Januar 2017 – raste nach einem Anruf mein Herz wie wild und ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper – vor Glück! Denn mich rief heute doch tatsächlich die Leiterin unseres Kindergartens vor Ort an, um mir mitzuteilen, dass unser Sohn ab August 2017 den Kindergarten hier besuchen darf. Sie beteuerte mehrmals, dass es sich hierbei um eine 100%ige Zusage handelt. Die schriftliche Bestätigung soll innerhalb der kommenden zwei Wochen noch kommen. Es gab wohl wieder über 100 Anmeldungen, während aber nur 15 Plätze für das Jahr 2017 frei wären. Und einen dieser 15 Plätze bekommt unser „großes“, dann schon 3,5 Jähriges Kind!!! Ich hätte früher niemals gedacht, dass ich mich über solch einen Anruf jemals freuen würde. Wenn man aber diese Sorgen und negativen Gefühle durchgemacht hat und die Welt um sich herum nicht mehr versteht und wenn man unbedingt DIESEN Kindergartenplatz haben möchte, in GENAU DIESEM wundervollen Kindergarten, der sich praktischerweise auch noch um die Ecke befindet, dann kann man einfach nur noch Luftsprünge machen.

 

Und nun ist es offziell: Unser Frühlingskind wird ab diesem August ein Kindergartenkind – und das in unserem absoluten Wunschkindergarten!

 

Nicht nur Städte haben dieses Problem

 

Ihr seht also, dass dieses Kita-Problem nicht nur die Städte belastet. Auch in unserer ländlichen Gemeinde sind die Kindergartenplätze recht eng bemessen und es gibt in unseren Dörfern immer mehr und mehr Kinder. Das ist ja eine tolle Sache, dass unsere Gemeinde immer kinderreicher wird. Nur schade ist es, wenn nicht jedes dieser Kinder einen Kindergartenplatz bekommt – das ist sogar in den Gemeinde-Kindergärten der Fall. Man kann sich also auch bei uns freuen, wenn man einen Kindergartenplatz bekommt. Wir dürfen für die Zukunft nur hoffen, dass das Kita-Problem bald endlich gelöst wird!

 


Könnt ihr auch von ähnlichen Problemen in euer Stadt oder in eurer Gemeinde berichten? Oder sieht die Sache bei euch vielleicht ganz anders aus? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen 🙂

 

Eure Elena

 

2 Kommentare zu “Zwischen Hoffen und Bangen – der Kindergartenplatz

  1. Hey, das alte Leid, sehr bekannt, und leider ist es so :(.
    Die Plätze sind rar, viele Kindergärtner überfordert und überarbeitet sowie unterbezahlt :(. Eine unschöne Situation für alle. Vor allem, wenn dann noch die Wunschkita voll ist :(.
    Umso mehr freue ich mich, dass es nun doch geklappt hat :).
    Liebe Grüße!

    1. Ich danke dir! Ja, wir müssen nur weiter hoffen, dass sich diese Situation in Deutschland ganz schnell verbessert. Die Politik ist ja schon seit Jahren dran, aber noch lässt die Situation echt zu wünschen übrig, leider.

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